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Und der 1.Platz geht an...

Autor: JohannaWicke | Datum: 16 Dezember 2015, 12:54 | 5 Kommentare

Am Sonntag war hier nach dem Gottesdienst ein ganz besonderes Event: Ein Chorwettbewerb. Schon die ganze Woche hat unser Chor dafür fleißig geübt und viele zusätzliche Proben haben stattgefunden. Bishin zur Generalprobe am Samstag wurde an dem Lied immer mehr herumgefeilt. Hier und dort wurde noch ein kleiner Tanzschritt verändert, eine neue Geste mit eingebracht und es kamen immer mehr Ideen auf, um das Lied noch besser zu unterstreichen.

Sonntag morgen schlüpfte ich dann in meine weiße Uniform (weißer Rock mit weißer Bluse), die ich glücklicherweise für diesen Tag ausleihen konnte. (Und es ist doch immer wieder erstaunlich was Kleidung allein für ein Gemeinschaftsgefühl auslösen kann..!) Nach dem Gottesdienst, der nicht wie ursprünglich angekündigt kürzer gedauert hat als sonst, sind wir direkt in der Kirche geblieben. Nach einer kurzen Pause ging es dann auch direkt los und auf einmal stieg doch ein wenig die Aufregung in mir auf. Die Jury wurde vorgestellt und nahm in einer der vorderen Kirchenbänke platz. Nun wurden alle Vorsitzenden eines jeden Chores nach draußen gebeten um einen Zettel mit einer Nummer zu ziehen, damit die Reihenfolge ganz ohne Vorteile festgelegt werden konnte. Gespannt erwarteten wir die Entscheidung: Dritter von insgesamt 6 Chören. Ganz gut, denke ich mir, nicht ganz am Anfang, aber auch nicht zu weit am Ende, das sind doch mal ganz gute Voraussetzungen. Endlich wurde dann der Wettbewerb eröffnet: Das Motto wurde noch einmal bekannt gegeben: Ein Bibelvers aus dem 2. Buch Samuel Kapitel 10 Vers 12 (Be strong and courageous! Let's fight hard for our people and for the cities of our God. And may the Lord's will be done! oder auf Kinyarwanda:  Nuko komera turwane kigabo turwanirie ubwoko bwacu n'imidugudu y'Imana yacu.Kandi uwiteke abigenze uko ashaka.). Zu diesem Vers hat jeder Chor sein eigenes Lied geschrieben und so wurde der Vers auf 6 verschiedene Art und Weisen interpretiert. Und schon wird der erste Chor willkommen geheißen. In der Menge erhebt sich, wie in Ruanda üblich bei Chorauftritten, eine einzelne Stimme und nach ein zwei Zeilen stimmt der restliche Chor mit ein, steht auf und geht beim singen nach vorne. Gar nicht schlecht, denke ich mir nach dem Auftritt, ob wir da mithalten können? Aber wir haben ja schließlich viel geübt, dann wird es schon irgendwie klappen.. Als nächstes ist der Kinderchor an der Reihe. Dieser Auftritt wird vom ganzen Publikum sehr gefeiert und es ist wirklich sehr beeindruckend wie perfektioniert ihr Auftritt dieses Mal ist, wohin gegen in normalen Gottesdienstauftritten eher zurückhaltend und leise gesungen wird. Der Auftritt wird rhythmisch sehr gut unterstrichen und als das Publikum schon applaudieren will, folgt noch eine Rapeinlage. Alle sind begeistert! Und viele sind sich schon sicher: Der Kinderchor wird gewinnen! Doch dann folgt erst mal unser Chorauftritt. Aufregung macht sich im Chor breit, doch als bei uns die Solostimme den Auftritt eröffnet, gibt es kein zurück mehr. Fast synchron, so wie wir es in den Proben geübt haben stehen wir auf und gehen singend nach vorne, wo wir uns aufreihen. Alle Aufregung ist verflogen und es macht einfach nur noch riesigen Spaß mitzusingen, mich als Teil im Chor zu fühlen und das erste Mal halbwegs sicher asuwendig den Liedtext auf Kinyarwanda zu können. (Sonst kam es schon oft vor, dass ich beim Auftritt eher versucht habe den Text von den Lippen abzulesen und das Lied vorher noch nie gehört habe...) Alles klappt sehr gut und kaum haben wir angefangen zu singen ist unser Chorauftritt auch schon wieder vorbei. Ein tolles Gefühl. Gespannt verfolgen wir noch die nächsten drei Auftritte. Anschließend geht die Jury raus und berät über die Punktevergabe. Diese Wartezeit zieht sich sehr hin, auch wenn einige die Zeit zum fröhlichen Tanzen nutzen, nimmt die Beratungszeit scheinbar kein Ende und dass wir schon seit 6 Stunden in der Kirche sind und so immer hungriger werden, macht die Wartezeit auch nicht viel angenehmer, aber die Neugierde auf den Gewinner überwiegt. Endlich kommt die Jury wieder rein und die Punkte werden bekannt gegeben. 'Die Freude am Singen hätte manchmal noch mehr gezeigt werden können, doch insgesamt waren alle Auftritte sehr gut, so das erste Urteil der Jury. Ich hoffe nicht auf den letzten Plätzen zu landen, ein vierter Platz wäre ja auch schon ganz nett, denke ich mit, doch zu meinem großen Erstaunen sind wir nicht unter den letzten drei Plätzen. Langsam breitet sich Freude aus. Auch der dritte Platz geht nicht an uns - jetzt ist die Anspannung und Neugierde auf den Gewinner greifbar. "Der erste Platz geht an den Abacunguwe choir!" Unser ganzer Chor springt auf und die riesengroße Freude ist unbeschreiblich. Wir umarmen uns, klatschen in Hände ein und alle strahlen über beide Ohren! Die ganzen Proben haben sich doch sehr gelohnt, aber mit so einem Ergebnis hätte ich echt nie gerechnet! Es hat mir riesengroßen Spaß gemacht, diesen Tag werde ich noch lange in Erinnerung behalten!

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Kommentare

  1. 1. Günter  |  18 Dezember 2015, 11:11

    Hallo Johanna,

    nach längerer Zeit habe ich mal wieder nachgeschaut, was Du so machst.

    Es hat mir Freude gemacht von Deinem Chorerlebnis zu lesen.

    Viel Glück weiterhin,

    Günter

  2. 2. JohannaWicke  |  21 Dezember 2015, 15:22

    Danke, das freut mich sehr! Inzwischen wurde auch mein Rundbrief verschickt, doch bei deiner Mailadresse ist er leider zurück gekommen, also wäre es gut, wenn du mir nochmal die richtige Adresse schicken würdest.
    Viele Grüße und frohe Weihnachten!
    Johanna

  3. 3. Günter  |  23 Dezember 2015, 09:06

    Frohe Weihnachten,

    mit korrekter Email.

    Günter

  4. 4. Michael Schäfer  |  31 Dezember 2015, 11:45

    Liebe Johanna,

    heute endlich habe ich mal angefangen von Dir zu lesen, ich bin schwer beeindruckt und freue mich, dass es Dir so gut geht. Nach meinen drei Monaten in Israel habe ich langsam wieder in den Gemeindealltag zurückgefunden.

    ich wünsche Dir ein gesegnetes neues Jahr und wenn Du erlaubst, grüße ich alle hier in der JM herzlich von Dir
    Dein Michael

  5. 5. JohannaWicke  |  06 Januar 2016, 05:47

    Hallo Michael,
    ich habe mich sehr gefreut von dir zu hören! Du hattest sicher eine sehr spannende Zeit in Israel.
    Grüß sehr gerne die JM von mir!
    Liebe Grüße
    Johanna

 

 

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